Das Potenzial des Südens

Nicht erst in letzter Zeit beobachte ich eine zunehmend abwehrende Haltung gegenüber den USA, die bis hin zum offenen Antiamerikanismus reicht. Negative Aussagen zu den USA und ihren Präsidenten ernten auf politischen Bühnen und in vielen Medien großen Beifall. Ich kann verstehen, dass man den Präsidenten und insbesondere gewisse Verhaltensweisen kritisiert. Trotzdem sollte man berücksichtigen, dass beispielsweise die Steuerreform sinnvoll war – wir würden uns in Deutschland auch eine wünschen. Zu Recht wurde auch die mangelnde Fairness beim Handel mit China, bei den Zöllen zwischen den USA und der EU sowie bei der Kostenverteilung innerhalb der NATO auf die Tagesordnung gesetzt. Dr. Stefan Kull von der Universität in Luzern hat es kürzlich bei der Veranstaltung zum Thema Asset Management auf den Punkt gebracht: „Präsidenten kommen und gehen, aber das Land bleibt und wird bleiben, was es war.“ Bei Investitionsentscheidungen sollten deshalb vor allem fundamentale Faktoren im Vordergrund stehen.

Es gibt sehr viel mehr, das uns verbindet, als was uns trennt. Daran muss in der Diskussion um das transatlantische Verhältnis immer wieder erinnert werden – nicht erst seit den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016. Die USA und Europa verbinden enge historische und kulturelle Bande, ein gemeinsamer Wertekanon, gleichgerichtete Sicherheitsinteressen und nicht zuletzt auf das Engste miteinander verknüpfte wirtschaftliche Beziehungen. Als ich kürzlich in Berlin war, wurde ich daran nicht nur durch den siebzigsten Jahrestag der Berliner Luftbrücke, sondern auch durch persönliche Gespräche mit Berlinern erinnert. Dies sollte angesichts mancher – durchaus ernst zu nehmender – tagesaktueller Debatten und individueller Meinungsverschiedenheiten nicht in Vergessenheit geraten.

Immobilieninvestoren sind in der Regel langfristig orientierte Kapitalanleger. Das hohe Maß an Rechtssicherheit, die Liquidität des größten und transparentesten Immobilienmarkts der Welt, die ökonomischen Fundamentaldaten und die Chancen, die das nachhaltige Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in den USA bieten, sind die entscheidenden Kriterien für ein Immobilieninvestment. Und bei all diesen Faktoren stehen die Ampeln in den Vereinigten Staaten unverändert auf Grün.

Das zeigen unser Ausblick auf Konjunktur und Immobilienmärkte und unsere kleine Reise durch die Nutzungsarten in diesem Magazin. Das Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung ist in den USA wesentlich dynamischer als in Europa, das Wachstumspotenzial ist einfach größer. In beinahe allen Nutzungsarten erwartet unser Research-Partner CoStar weiter steigende Mieten. Die Cap Rates sind durchweg höher als bei vergleichbaren Investments im Euroraum. Ein erfolgreiches Investment setzt allerdings eine hohe lokale Marktkompetenz und Expertise im Asset Management voraus.

Dies konnten unsere Kollegen in den USA beim „Victory Park“ in Dallas unter Beweis stellen. Auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise galt die Quartiersentwicklung nahe der Innenstadt als praktisch aussichtsloses Projekt. Nur durch die Kompetenz und Ausdauer des Teams sowie das persönliche Engagement von US-Treuhand-Gründer Lothar Estein konnte das Projekt gedreht werden. Inzwischen ist auf der ehemaligen Industriebrache ein lebendiger Stadtteil entstanden, in dessen Highlight, dem „American Airlines Center“, die Dallas Mavericks ihre Körbe werfen – bis vor Kurzem noch mit dem deutschen Basketball-Superstar Dirk Nowitzki.

Die Digitalisierung ist ein Thema, das uns beim Blick auf die USA immer wieder bewegt und schon in früheren Ausgaben unseres Magazins beschäftigt hat. In der aktuellen Ausgabe sprechen wir mit Christian Crain, der sowohl aus den USA als auch aus Europa Erfahrung mitbringt, unter anderem über digitale Lösungen für realistischere Wertermittlungen von Immobilien und entsprechende Prognosen. Sein Unternehmen PriceHubble setzt auf ein Verfahren, das auf Big Data und selbstlernende Modelle zur Bewertungsermittlung zurückgreift. Erfahren Sie mehr in unserem Interview mit Herrn Crain.

Welches ist nach New York der Bankenstandort Nummer zwei in den Vereinigten Staaten? Chicago? San Francisco? Boston? Es ist keine dieser drei Gateway Cities, sondern das auf den ersten Blick eher unscheinbare Charlotte, Sitz der Bank of America und der Ostküsten-Zentrale von Wells Fargo. Mit der größten Stadt North Carolinas setzen wir unsere Reihe der aussichtsreichsten Secondary Cities in den USA fort. Die Stadt hat noch weit mehr zu bieten als Banken und NASCAR-Rennen, für die Charlotte ebenfalls überregional bekannt ist – gerade auch als Investitionsstandort. Sie werden überrascht sein.

Anders als in Deutschland gibt es in den USA kein zentrales Grundbuch. Rechtstitel an einem Landbesitz müssen deshalb recherchiert und nachgewiesen werden. Das kann von Bundesstaat zu Bundesstaat sehr unterschiedlich funktionieren. Florian Carl, der in Los Angeles lebt und Partner der Kanzlei Fassbender Rechtsanwälte ist, wirft in seiner regelmäßigen Kolumne in unserem Magazin einen Blick auf diesen „Title Search“ in den USA.

Sie sehen schon an der Themenvielfalt der aktuellen Ausgabe unseres Magazins: Die Vereinigten Staaten sind viel zu groß und vielschichtig, um auf einen einfachen und pauschalen Nenner gebracht zu werden. Genaues Hinsehen und Verstehen ist mehr denn je das Gebot der Stunde. Das gilt schließlich auch bei jeder einzelnen Investitionsentscheidung.

Magazin-Vorschau: Inhaltsverzeichnis; Editorial (pdf-Datei)

 

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, dann bestellen Sie bitte hier das aktuelle Magazin:

Bitte registrieren Sie sich, um unser komplettes Magazin als pdf-Datei per E-Mail zu erhalten.